| Auto-Union
steht für eine Epoche von großartigem Motorsport,
hervorragender Rennsportfahrzeuge und talentierter Fahrer. Nicht
zuletzt so erfolgreich wegen des innovativen Kontrukteurs Prof. Dr.
Ferdinand Porsche. Dieser konstruierte bereits im Mai 1933 einen 16
Zylinder-Rennsportwagen, den sog. P-Wagen
(P=Porsche). Am 13. August 1933 wurde dieser erstmals angelassen und
mobilisierte fast 200 PS. Oft ist zu lesen, diese Konstruktion wäre damals durch die neue nationalsozialistische Regierung veranlasst gewesen. Richtig ist, dass die damalige Regierung den Rennsport, hier insbesondere die Firmen Daimler-Benz und Auto-Union, ab 1933 großzügig unterstütze. Allerdings hatte die damalige internationale Sportkommission AIACR (Internationaler Verband der anerkannten Automobilclubs) bereits in 1932 eine neue Formel für Grand-Prix-Rennwagen definiert. Diese sollte ab 1934 Gültigkeit haben und begrenzte das Gewicht des Rennwagens auf max. 750 Kg. Porsche hatte von 1923-1928 als Konstrukteur für die Daimler-Benz AG gearbeitet. Am 01. Dezember 1930 gründete er die Dr. Ing. h.c. Ferdinand Porsche GmbH, Konstruktionsbüro für Motoren- und Fahrzeugbau. Eine der ersten Kunden war die Firma Wanderer. Als das neue Reglement für Grand-Prix-Wagen bekannt wurde, ließ Porsche seine "Entwicklung" für einen neuen Grand-Prix-Wagen über Wanderer dem Vorstand der neu gegründeteten Auto-Union zukommen. Dies war der Beginn herausragender Duelle mit Daimler-Benz. In den Jahren 1934-1939 wurde nahezu jedes Rennen entweder von Auto-Union oder Daimler-Benz gewonnen. Den Höhepunkt erreichten die Duelle in den Jahren 1937/1938 mit den Weltrekordfahrten auf der Reichsautobahn bei Darmstadt, wo über 400 km/h erreicht wurden. Am 28. Januar 1938 endeten diese Rekordfahrten mit dem tragischen Tod des damaligen Ausnahmetalents Bernd Rosemeyer. Das letzte Rennen, und damit der letzte Sieg für Auto-Union, fand am 03. September 1939 in Belgrad statt. Auto-Union verbuchte insgesamt 24 Siege in 61 Rundstreckenrennen und 18 (!) Siege in 22 Bergrennen. Die Auto-Union repäsentierte den durch die Weltwirtschaftskrise bedingten Zusammenschluss der vier Marken AUDI, DKW, Horch und Wanderer. Begonnen 1928, mit der Übernahme von AUDI (Zwickau) durch die J.S. Rasmussen KG, Hersteller der DKW-Motorräder. 1932 kamen die Horch-Werke und Wanderer hinzu. Die Hauptverwaltung der Firma hatte ihren Sitz übrigens in Chemnitz. Im August 1949 wurde die Firma, nach vorheriger Enteignung und Demontage der Werke, aus dem Handelsregister gelöscht. Wenige Tage später, am 03. September 1949 wurde in Ingolstadt die Auto-Union GmbH unter Federführung von Dr. Richard Bruhn gegründet. 1958 vom ehemaligen Rivalen Daimler-Benz übernommen, ging sie 1964 in die Hände von Volkswagen. Es entstand die AUDI NSU AUTO UNION AG, die die Tradition des Hauses mit der Wiederbelebung der Marke Audi fortsetzte. Das Symbol der vier Ringe findet sich noch heute auf den Fahrzeugen der Marke "Audi" wieder. Einige namhafte Fahrer der Auto-Union von 1934-1939: Rudolf Haase, geb. 30.05.1906, gefallen an der Ostfront am 12. August 1942 Ernst von Delius, geb. 29.03.1912, gestorben 26.Juli 1937 an den Folgen eines Rennunfalls Luigi Faglioli, geb. 09.06.1898, gestorben 20. Juni 1952 in Monte Carlo an den Folgen eines Rennunfalls Hermann Paul Müller, geb. 21.11.1909, gestorben am 30. Dezember 1975 in Ingolstadt Tazio Nuvolari, geb. 16.11.1892, gestorben 11. August 1953 Paul Pietsch, geb. 20.06.1911, gründete später die Paul Pietsch-Verlage (u.a. Motorbuchverlag und Motor-Presse-Stuttgart) Bernd Rosemeyer, geb. 14.10.1909, gestorben 28. Januar 1938 bei Weltrekordfahrten auf der BAB Frankfurt-Darmstadt Hans Stuck, geb. 27.12.1900, gestorben 09. Februar 1980, Vater von Hans-Joachim Stuck Achille Varzi, geb. 08.08.1904, gestorben 01. Juli 1948 an den Folgen eines Trainingsunfalls |